R.I.P. – ‚May angels lead you in‘

Es ist alles echt.

Der Schmerz ist echt. Die Tränen und die Ohnmacht. Traurigkeit. Ruhe. Nichts betäubt. Nichts gepusht. Die Leere. 

Ich bin clean.
Und du bist weg.

Manchmal der Versuch es zu verdrängen. Versuch zu Lachen. Das weinen wenn es doch nicht funktioniert. Kein komisches Lachen. Keine überdrehte Stimmung. Menschen. Nachdenklichkeit. Gedanken und Erinnerungen. Ich fühle alles. Hier.

Die ganzen Tage und auch jetzt. 

Der Schmerz ist delicious. Ich fühle ihn ganz klar. Ich bin da. 
Es ist wie schwarze Farbe, die an meinen Schuhen klebt und mich begleitet wo ich hingehe. Ob ich lache oder weine, so schnell lässt sie sich nicht abwaschen. Ob ich sie ansehe oder wegschaue, sie ist und bleibt da. Mit der Zeit läuft sich ein Teil ab und ein anderer Teil tritt sich fest. Die Farbe blättert ab aber schwarze Flecken bleiben an meinen Schuhen. Ich lerne damit zu leben.

Wie Narbengewebe.

Ein Teil meiner Welt bleibt stehen. Diesmal trifft es ein Teil meiner Kindheit. Er bleibt stehen; drifted weit weg und verblasst. Es schmerzt, ihn wegtreiben zu sehen. Noch schmerzt es sehr und ich weiß nicht ob ich weinen oder ablenken soll. Wieder weinen.

Ich hätte gerne so viel anders gemacht. Ich hätte dich gerne öfter gesehen. Mehr mit dir geredet. Ich spüre wieder wie unperfekt diese Welt ist. Das manche Sachen einfach für immer kaputt bleiben und es für vieles keine richtige Lösung gibt.

Ich bin clean aber was hilft das. Den Schmerz nur stärker zu spüren und zu wissen, dass man damit irgendwie umgehen muss. Irgendwie ohne Drogen; Pillen oder Klingen. 

Ich hab heute nichtmal ’ne Zigarette geraucht. Aber davon kommst du auch nicht zurück. Du darfst gehen. Das ist schön für dich und traurig für uns.

Nebenan das Grab eines Mädchens, die auch entschieden hatte, zu gehen. Nicht freiwillig aber ihr dunkler Begleiter hat es für sie entschieden. Er war zu stark.

Man sagt „Leute sterben nicht, sie finden nur ihre Wahrheit. Die anderen müssen weitersuchen.“

Du hast deine Wahrheit gefunden und jetzt bist du im Himmel und es geht die endlich wieder gut. Du hast uns so viel gegeben. Wieso sag ich dir das erst jetzt und nicht bevor du gingst?

Ich möchte auch meine Wahrheit finden, frei sein und diesen Schmerz nicht mehr tragen müssen aber ich muss wohl noch ein bisschen hier bleiben.

Du fehlst uns allen sehr. Es haben heute fast alle geweint. Die Art wie du gingst, nimmt mir einen Teil meiner Angst vor dem Sterben. Und zugleich ist dein Verlust so schmerzlich.

Ich dachte, jetzt wo ich älter und reifer bin; tut es nicht mehr so weh aber es tut genauso weh. Ich bin traurig aber nicht so verzweifelt. Weil ich weiß wo du jetzt bist.
Ich weine aber kann es gar nicht erfassen. Und nicht nur mir geht es so.
**

„So what would you think of me now,
so lucky, so strong, so proud?
I never said thank you for that,
now I’ll never have a chance.

May angels lead you in.
Hear you me, my friend.
On sleepless roads the sleepless go.
May angels lead you in.

And if you were with me tonight,
I’d sing to you just one more time.
A song for a heart so big,
god wouldn’t let it live.“


**

Wir vermissen dich… euch beide :‘-( ❤

Welttag zur Suizidprävention

Unter dem Motto „and so i kept living“ (und so blieb ich am Leben) findet heute der Weltweite Tag zur Suizidprävention statt (world suicide prevention day).
Zu dieser Kampagne gehört auch die National Suicide Prevention Week, die noch bis einschließlich morgen, 11. September geht.
 
„Jedes Jahr sterben in Deutschland ungefähr 10.000 Menschen durch Suizid. In Deutschland sterben mehr Menschen durch Suizid als durch Verkehrsunfälle, Gewalttaten und illegale Drogen. Weit mehr als 100.000 Menschen erleiden jedes Jahr den Verlust eines nahestehenden Menschen durch Suizid.“ (von suizidpraevention.wordpress.com).
Weltweit sehen diese Zahlen nicht besser aus; Suizid ist nicht nur Folge von Depressionen und anderen psychischen Erkrankungen sondern auch Resultat ganz anderer vielfältiger Probleme, unzureichender Hilfe, Hoffnungslosigkeit oder auch gesellschaftlicher Ausschließung.
 
Heute ist ein Tag zum Gedenken an durch Suizid verstorbene Partner, Familienangehörige, Freunde… an Menschen, die es nicht mehr geschafft haben, keine Hoffnung mehr sahen und den Tod als einzigen Ausweg ihres Leidens wahrnahmen.
 
Die Vorstellung vom ruhigen, friedlichen Tod ist nur selten Realität, viele werden durch jahrelangem Kampf mit einer Krankheit oder anderen schweren Problemen immer mehr an die Grenze des Lebens gedrückt.
 
Viele von uns wissen, wie es sich anfühlt, von der Last erdrückt zu werden, nicht mehr leben zu wollen, Suizid als Auswegs zu sehen.
Einige haben vielleicht auch tatsächlich gehandelt – doch nur wenige reden darüber.
Auch ich musste diese Erfahrung machen und es hat lange gedauter bis ich so weit war, mit jemanden darüber reden zu können. Auch jetzt wissen es viele immernoch nicht.
Die Dunkelziffer der Suizidversuche ist um ein vielfaches höher als diese der Menschen, die durch Suizid tatsächlich starben.
 
Daher geht es beim heutigen Tag nicht nur um das Gedenken der an Suizid verlorenen Menschen, sondern auch darum, es auszusprechen – darüber zu reden, Hilfen zu erhalten und Suizid zu vermeiden.
 
Lasst uns anfangen, offen über unsere Probleme und Gedanken zu sprechen, nach Hilfe zu fragen, andere wahrzunehmen und uns zu unterstützen.
Auch wenn es sich so anfühlt  – Suizid ist niemals ein Weg, Probleme zu lösen. Wir  löschen uns nur aus allen Problemen und hinterlassen ein großes Loch im Leben der uns liebenden Menschen.
Speak out – you matter!
Sprich es aus – weil du zählst!
 
+++
rose-165819_20160909155548724
#Speakout #Suicideawareness #Suizzidprävention #ISPD #NSPW #IASP
 

One of these days

Heute ist einer dieser Tage, an denen ich einfach überhaupt kein Bock hab, Rücksicht auf meine Krankheit zu nehmen.

Heute Mittag hab ich über einen 2.000 Wörter-Text übersetzt, das hat mir glaub ich gut getan und Spaß gemacht. Aber generell geht heute nicht viel. Ich würde aber so gerne. Ich versuch es trotzdem aber es ist eine totale Gradwanderung.

***

image

An manchen Tagen geht es mir gut.
An manchen Tagen fühle ich mich nicht gut.
An manchen Tagen kann ich mich fast akzeptieren,
An manchen Tagen hasse ich mich selbst.
An manchen Tagen bin ich etwas unbefangen
An manchen Tagen bin ich total unter Druck und eingeengt.
An manchen Tagen lasse ich mich so wie ich bin
An manchen Tagen kämpfe ich gegen mich selbst

Manchmal bin ich stark
Und manchmal bin ich schwach

An manchen Tagen genieße ich Schöne Dinge
Manchmal ziehen sie einfach an mir vorbei.

An manchen Tagen denke ich positives
Und an manchen Tagen versinke ich im Loch meiner Gedanken

An manchen Tagen habe ich Ideen
Und oft vergesse ich alles

So ist das
an manchen Tagen.

I am cut *trigger*

~~ ACHTUNG: Dieser Text könnte Triggern! ~~

**

I’m not a stranger
No I am yours
With crippled anger
And tears that still drip sore

A fragile frame aged
With misery
And when our eyes meet
I know you’ll see

I do not wanna be afraid
I do not wanna die inside just to breathe in
I’m tired of feeling so numb
Relief exists I find it when
I am cut

I may seem crazy
Or painfully shy
And these scars wouldn’t be so hidden
If you would just look me in the eye
I feel alone here and cold here
Though I don’t want to die
But the only anesthetic that makes me feel anything kills inside

I do not wanna be afraid
I do not wanna die inside just to breathe in
I’m tired of feeling so numb
Relief exists I find it when
I am cut
Pain
I am not alone
I am not alone

I’m not a stranger
No I am yours
With crippled anger
And tears that still drip sore

But I do not wanna be afraid
I do not wanna die inside just to breathe in
I’m tired of feeling so numb
Relief exists I found it when
I was cut

***

Finde mich in diesem Text soo wieder…

Ich will keine Angst haben. Ich will nicht innerlich sterben nur zu atmen, ich hab es satt mich so betäubt zu fühlen,  ja es gibt Befreiung, und ich erhalte sie wenn ich zerschnitten bin… leider.

Ich glaube, wir Menschen sind süchtig nach unserer eigenen Selbstzerstörung. Rauchen, Arbeiten, Saufen, Party, Fressen, Hungern, Abhauen, Schneiden, sich von anderen abtrennen, Solarium, Leistungssport…. damit schaden wir und selbst aber tun es, vielleicht extra deswegen. Wir sind süchtig danach, weil es uns den Schmerz vergessen lässt. Die Krebs-Warnung auf den Zigaretten ist uns egal. Die Triggwerwarnung über diesem Beitrag ist manchen von euch egal. Zumindest mir oft. Sie macht es sogar noch interessanter.

##

Ich hab schon mega Fortschritte gemacht aber manches ist irgendwie grad total blöd… Der Druck war zu lange zu hoch und dann ist es irgendwann einfach rausgebrochen, unkontrolliert, tief und viel, ohne Rücksicht auf Verluste. Wir hätten wieder in die Notaufnahme fahren sollen aber weil es nicht lebensgefährlich war, habe ich es so versorgt. Ist nicht ideal, aber wenn man das vernünftig versorgt, es sauber hält, die Verbände gut wechselt, heilt es auch mal ohne nähen, es braucht halt nur länger und die Narbe ist dann eben breiter.

Es war so tief und so viel Blut, dass der Druck längst weg sein sollte, aber er kommt trotzdem. Die Anspannung. Nicht so extrem dass ich sofort wieder Craving bekomme und panisch Klingen suche, so schlimm nicht, aber immernoch deutlich und so, dass ich kaum Appetit habe, kaum etwas essen kann oder mich ganz auf eine andere Tätigkeit konzentrieren kann. Und der Verband immer, ständig der stechende Schmerz, nicht richtig duschen dürfen, die Narben die es gibt die ich nie wieder los werde….

Toller Urlaub. Auch wenn es ja irgendwie meine Schuld ist, zumindest wie weit man sagen kann ob man die Dinge in der Hand hat. Aber WENN jemand Schuld hat, dann ich.

Nur ist das alles anders als ichs mir vorgestellt hab, als mein Urlaub anfing :-/

Aber es tut gut darüber zu schreiben.. ich habe auch mit paar wenigen Leuten darüber geredet… der Zwischenweg ist sehr schwer. Es zu beschönigen bzw zu behaupten es sei nicht so tief gewesen und habe kaum geblutet ist gelogen. Aber ich möchte auch nicht dass sich jemand sorgen macht.

Die Tage danach fühlt es sich immer so komisch an. Ich geh einkaufen, trage eine weite Jacke über dem dicken Verband, und trotzdem fühlt es sich so an als weiß jeder was ich tue. Und man will es direkt Wiederholen oder kann fast nicht aufhören weil jegliche Hemmungen erstmal weg sind. An den Verband muss man sich auch erstmal wieder gewöhnen. Fühlt sich an wie runterkommen. Coming-down. Wenn alles wieder runterfährt und sich einpendelt bzw dabei ist. Hat für mich immer was von Geschlossene. Oder generell Psychiatrie. Da hab ich mich auch immer erstmal so gefühlt als ich einen neuen Aufenthalt begonnen habe. Und gerade wo ich das schriebe, habe ich den Geruck vom Essensbereich im Kopf. Merkwürdig was unser Gehirn so treibt.

Naja, bald sehe ich meine Freundin. Meine Beste. Sie ist mein Licht im Wald.

Rückfälle sind scheiße. Sie ficken dein Herz und verätzen dein Gehirn, knocken deinen Körper aus. Und es ist ein Spiel mit dem Tod, wenn man es exzessiv macht.

Einmal die Dosis deiner Drogen zu hoch, fällst du ins Koma oder stirbst. Einmal tief an der falschen Stelle geschnitten, blutest du aus und stirbst in deiner Blutlache oder im Krankenhaus auf der Intensivstation weil der Rettungsdienst zu spät kam und sich dein Kreislauf auch nach dem Nähen trotzdem nicht mehr regeneriern  konnte.

Ein Moment. Ein Schritt. Ein Schnitt. Ein Tropfen. Eine Spritze. Ein Schluck. All das kann über Leben und Tod entscheiden.

+++

Es ist scheiße wenn man schon so lange drin hängt. Sind über 6 Jahre mittlerweile. Ich kann die Rückfälle reduzieren aber ich komm einfach nicht raus aus der Sucht. Im Endeffekt hat sie mich doch irgendwie im Griff. Sucht ist nichts was man mit dem eigenen Willen steuern kann, oder worüber man Macht hat.

Es macht einen großen Unterschied, ob du die Dinge im Griff hast, oder ob sie dich im Griff haben.

#

Ich will gesund werden.

….

schmerzvegressen

Dich zu lieben tut so weh

Ich weiß nicht was mit uns passiert ist…
Wenn wir Zeit verbringen tut mir das meistens gut aber du weißt es nicht. Du weißt nicht mehr was dir gut tut und was nicht. Du weißt nicht mehr was du willst.
Du sagst du bist verletzt aber weißt nicht wovon.

Ich sage dir alles. Dich zu lieben tut so weh. So unheimlich weh ich kann es manchmal kaum aushalten. Ich kann manchmal nichts essen, nichts machen, habe Schmerzen. Die Schmerzmittel helfen kaum und lindern nur den körperlichen Schmerz. Und dass wir keine Lösung finden lässt den Schmerz anhalten.
Es schmerzt so, ich weiß nicht wohin. Ich überlege mir oft ob ich mich einweisen soll. Ob ich wieder in die Klinik gehe. Das wird mir alles zu viel. Ich weiß nicht ob unsere Situation einfach eine Krise ist, die jedes Paar hat. Oder ob alles vorbei ist.
Ich liebe dich aber liebst du mich wirklich? Sind wir so verschieden?

Ich sage dir viel, ich sage dir auch wie ich leide. Und selbst das lässt dich kalt. Kannst du etwas empfinden?

Du sagst es tut dir Leid. Aber das sagst du nur damit ich dich in Ruhe lasse. Glaube ich. Eigentlich weißt du nicht was dir Leid tut. Was dir gut tut.

Früher warst du der Grund dafür clean zu bleiben, und nach vorne zu schauen. Jetzt ist unsere Beziehung mein größtes ungelöstes Problem, der Grund oder der Auslöser warum ich betäuben muss. Warum ich anders nicht aushalten kann.

Ich zergehe an dem Schmerz. Ich weiß nicht wie lange das noch so gehen soll. Nichts anderes passt in meinen Kopf.

Es ist so schmerzhaft dich zu sehen, was selten ist, und dir dann nicht mal nahe sein zu können.

Sind wir uns fremd geworden? Ich weiß nicht mal viel über dich. Du sprichst kaum. Und deine Prioritäten setzt du anders als ich. Was muss ich noch tun; was bewegt dich zum handeln, zum Sprechen???

Wie lange sollen wir noch kämpfen? Was sollen wir noch tun?
Vielleicht sind wir zu verschieden…

Ich dachte immer wir haben unsere eigene kleine heile Welt geschaffen. Durch die Dinge die jeder von uns früher erlebt hat und das was wir zusammen erlebt haben eine besondere Verbindung. Aber diese ist sehr schwach und sehr distanzreich zurzeit. Es bricht mir das Herz dir nicht nahe sein zu können. Es macht mich kaputt aber ich liebe dich und hoffe es wird wieder. Ich will all das nicht aufgeben.

Manchmal muss man loslassen was einen zerstört. Aber wir sind so weit gekommen. Wir hatten eine so gut Zeit. Das kann doch  nicht schon vorbei sein? Haben wir es nicht in der Hand?

Du sagst du hoffst, dass es wird. Aber du weißt nicht. Du weißt nicht ob du es glaubst. Und wenn sind es leere Worte. Fast gezwungene Worte.

Du fehlst mir so.
Ich habe riesige Angst dich zu verlieren.
Aber vielleicht
Vielleicht habe ich dich längst schon veloren und halte mich an einer Leeren Hülle fest.

Wann merkt man es? Wann weiß man es?

Gott allein weiß; wenn überhaupt jemand es weiß…. was wird… wie es werden wird.

Ich weiß nicht mehr.

„Wir kriegen das hin“

„Wir kriegen das hin“…. sagt man doch so, oder?
Wenn man irgendwelche Probleme hat, Differenzen zwischeneinander, Stress, Herausforderungen… entweder man gibt miteinander auf oder man sagt „Wir kriegen das hin“. Klingt gut und irgendwie beruhigend. Aber so einfach wie es klingt ist es dann doch nicht…
Nur zu oft wird aus einem einstigen „Wir kriegen das hin“ ein „ich weiß nicht, ob wir das noch hinkriegen“ und später ein „es geht nicht mehr.  Tut mir Leid.“ Wir SAGEN „wir kriegen das hin“ aber was denken wir? Wir hoffen, es zu schaffen, aber was wissen wir eigentlich?

Ich habe es selber erlebt, mehrmals. Aus einem „Läuft doch gut“ wird ein „Wir kriegen das hin, es wird wieder.“ Auch wenn keiner weiß, wie er/sie das konkret anstellen soll. Es dient mehr zur Beruhigung, zum zeitweiligem Aufatmen. Und irgendwann, vielleicht schon ein paar Wochen, vielleicht auch erst ein halbes Jahr oder Jahr später… steht man dann vor dem Aus. In meinem letzten gescheiterten „Wir kriegen das hin“-Fall ungefähr ein halbes Jahr später.
Wenn man so oft ein „Wir kriegen das hin“ gesagt bekommen und selbst gesagt hat, es so ist doch gescheitert ist, verliert dieser kämpferisch optimistische Satz fast gänzlich seine Bedeutung. Im Gegenteil: Wenn man ihn hört, weiß man, wie schnell danach es vorbei sein kann. Keine Beruhigung mehr, Hoffnung ja aber glaub ich auch daran?
Der Satz ändert im Grunde nichts. Meistens zumindest. Man redet sich ein, dass es wieder wird, dass die Zeit für einen spielt und sich alles ‚wieder einrenkt‘.
„Wir kriegen das hin“… irgendwann nur noch ein leerer Satz, der seine Bedeutung verloren hat, entsprungen aus Verzweiflung, Sorge, Angst und Planlosigkeit. Man könnte fast sagen, die Bombe tickt.
Und ob man sie rechtzeitig entschärfen kann, oder lieber in Deckung geht, bleibt offen…

..ein kleiner Schwarzer Fleck aus Furcht, Zukunftsangst und schmerzender Liebe.

***
aus: Silbermond feat. Curse
-‚Bis zum Schluss‘

Und natürlich seh ich das Schöne
und bisher überwiegt es,
Gott weiß, ich lieb dich,
und halt fest,
egal wie schwer die Kritik ist,

Doch auch ich hab begrenzte Kräfte,
es gleitet aus meinen Händen,
Versuch meine Emotionen
noch zu kontrolliern und verdrängen,

Ich will Chancen geben,
noch mal und nochmal,
wir habn es verdient,
Es wär Katastrophal
im Streit und Affekt
diesen Strich zu zieh’n,

Doch ich kann nicht mehr länger Kämpfen,
ich kann nicht mehr länger stehn,
Und ich kann nichts mehr für uns tun,
Wir zwei werden untergehn.

Vielleicht haben wir uns überschätzt,
gehofft dass aus den Differenzen Liebe wächst,
doch ich weiß nicht ob das reicht,
Wieviel Zeit uns noch bleibt,

Es kommt wie’s kommen muss,
doch wenn es sein muss,
Kämpf ich bis zum

.Schluss.

Tanz auf der Klinge

image

Der Tanz auf der Klinge
Der Strick um mich herum
ich weiß es
Ich kann nur verhindern, dass er mich zerquetscht
zumindest nicht sofort

Aber gleichzeitig sitzt er so fest
Der Strick an der Klinge
Kann ihn nicht ausziehen, nicht herausgleiten

Nur auf der Klinge tanzen
von ihr kontrolliert

Sie kann mich nicht töten, jetzt
Und doch sind wir dem Tode geweiht
Sie wird mich töten?
Wenn irgendwann die Klappe zu geht
ist es zu spät

Es stirbt, wer drin ist
Sie spaltet die Geister
Genauso wie die Körper
Das lebendige Fleisch
leblos danach

Gib mir bitte noch Zeit
Halte die immertickende Uhr an
Habe Geduld

Der Kampf mit dem Strick ist so hart
Die Front im Krieg gegen die Sucht stürmig
So hoffe ich es irgendwann zu schaffen

Der Tanz auf der Klinge
Der Kampf mit den Schnitten
Meist gewonnen, oft verloren,
zieren Narben meine Haut
Oder was davon übrig ist

Überleben, ja…
Um welchen Preis?

Der Preis der „Freiheit“
ungeahnt
Im Inneren verborgen
Durchdringt jede Schicht
fließt es heraus
Freiheit oder Gefangen?

Der Kampf zu hart.
Der Berg zu hoch.
Meine Kraft zu Ende.
… ist es?

…zu viel zu tun
Zu viel zu lassen
Hangelst dich von Trip zu Trip
Von Entzug zu Entzug
Von Kampf zu Kampf
Lässt du immer mehr Krieger auf dem Schlachtfeld zurück
Immer mehr Blut
Wie lange noch?

Ein Weg ohne Ende
Im Pendel der Sucht

dichter Nebel aus den Geistern
Den Geistern der Verletzungen
betäuben so schön
lindern den unendlichen Schmerz

„Überleben“
doch ist es kein Leben,
höchstens ein „über“
doch eher ein unter
Es geht Bergab
Die Anziehungskraft zu stark..

ÜberUnterleben –

Mein Schicksal in deinen Händen
Mein Herz gefangen in der Sucht

Sei mein Zuhause
Hole mich wenn es zu Ende geht,
Wenn meine letzte Kraft weicht,
Wenn alles sich auflöst
Und der Druck auf meiner Brust meinen Atem für immer lähmt

Und Mein Herz stoppt.

_/\__/\__/\__/\__/\__._____________

Verzeih mir.

SIAD 1.März „Self-Injury-Awareness-Day“ 2016

Heute am 1. März ist mal wieder Self-Injury / Self-Harm-Awareness-Day (SIAD). bzw. auf Deutsch ungefähr: „Selbstverletzung Bewusstseins Tag 2016“

Da ich diesen die letzten Jahre jedesmal sehr unglücklich verpasst habe, mir dieser Tag aber sehr am Herzen liegt, habe ich ihn mir für dieses Jahr extra eingetragen um ihn nicht WIEDER zu vergessen…. Nun ist er da und ich habe….. keinen vorbereiteten Post 😀
Naja, das wird schon.

^^^

AAAlsooo….

->Was ist das???
Einige von euch werden ihn kennen, die meisten allerdings nicht. Der SAID ist ein internationaler (weltweiter) Tag zur Förderung des Verständnisses von – und zur Aufklärung  über – Selbstverletzendes Verhalten. Kein schönes Thema; ein schwieriges Thema, was, wenn es ‚die falsche‘ Aufmerksamkeit bekommt, noch mehr persönliche Freiheit nehmen kann bzw noch schlimmer werden kann als es schon ist.

Beim SIAD geht’s aber nicht um die Verletzungen selbst, das wäre (denke ich) auch die falsche Aufmerksamkeit.

Es geht darum, über Selbstverletzendes Verhalten (kurz SvV) aufzuklären: Was ist es, wie entsteht es, wo kommt es her, warum machen manche  Menschen das, tun sie das überhaupt freiwillig / oder „aus Spaß??“, was geht in den Betroffenen vor, wie geht man damit um (als Betroffener wie auch als außenstehender) und was kann man dagegen tun?

Auch geht es beim SIAD darum, das Verständnis für Betroffene zu fördern. Verständnis für die persönlichen Probleme, die inneren Konflikte in denen sie häufig stehen, für die extremen Gefühle(&-schwankungen), und alles weitere was noch so dahinter steckt zu fördern. Nicht zu verurteilen sondern zu verstehen. Das ist schwer, wenn man das nicht von sich selbst kennt, doch verurteilen fördern meistens das SvV nur; Verständnis hingegen und für jemanden da sein, unterstützt Betroffene in ihrem Kampf gegen SvV. Aber um jemanden darin etwas unterstützen zu können und zu verstehen ist es widerrum wichtig das SvV an sich zu verstehen, wo wir wieder bei Aufklärung angelangt sind.

↓↓↓↓↓↓↓↓↓↓↓↓↓↓  Hier  ↓↓↓↓↓↓  Klicken 😉  ↓↓↓↓↓(weiterlesen)↓↓↓↓↓↓

Weiterlesen

Umzug, oder: Meer und Felsen

Umzug. Ich fahre sowas von Achterbahn.

*-*

K. ist mein Fels in der Brandung. Egal wie weit das Meer sich zurück zieht. Egal wie schnell und wie stark es gegen den Felsen schlägt. Der Fels bleibt beständig und fängt das Meer ab, fängt die Wucht, mit der es getrieben wird, ab. Er wird nass vom Wasser, aber wenn das Meer sich zurück zieht, zwingt es es nicht, zu bleiben, zeigt ihm aber, dass er da ist.

Ein letztes Mal ist das Meer mit dem Felsen verschmolzen. Ein letztes Mal in diesem Haus, in diesem Zimmer. Ein letztes Mal fließen wir, eng umschlungen, verschmelzen, lösen uns auf. Wir fließen davon, fliegen auch davon. Die Musik ist weit weg, alle anderen Menschen weit weg – doch bald wieder sehr nah. Bald kommen wir wieder in der Brandung an, auf dem Boden an.

­

Du an mir, wir zusammen, landen ganz sanft zurück in diesem Zimmer, in dieser Musik, mit dem Wissen, dass es unser letzter Flug, unser letzter Fluss, in dieser Umgebung war. Die Sternschnuppen winken uns zum Abschied; sie behalten uns in Erinnerung und wir sie. Du weißt was gemeint ist. Und irgendwann, vielleicht, kommen wir einst zurück zu unseren alten Freunden. Der Abend, er bleibt immer in mir, in dir, und wir in ihm. Die Sterne lächeln uns an und schweigen. Ein Geheimnis zwischen uns und den Sternen, unergründlich.

Und doch ist’s ein Abschied. Wenn auch nicht heute, so morgen, übermorgen. Sagen wir Tschüss zu den Sternen, zu dem Magischen Ort und zu dem Zimmer, dem Haus, dem Bett, der Wand, den Lichtern. Dem kleinen Sternenhimmel über dem Bett, der vielleicht anderswo auftauchen wird.

Tschüss und vielleicht auf Wiedersehen – doch versprechen können wir’s nicht.

°

°

Viele schöne, bewegende Erinnerungen nehmen wir mit. Die schlechten, schmerzlichen Erinnerungen, die meist einsam, manchmal gar blutend; ich versuche sie hier zu lassen, zurück zu lassen. In dem Zimmer – doch nicht für wen anders. Nimm das Gute mit, bewahre so viel wie möglich davon in deinem Herzen auf, und lass das Schlechte los. Leicht gesagt doch so leicht tut sich’s nicht.

Diese letzte Nacht, dieses letzte Wochenende mit dir hier, magisch, wunderschön. Mein Kissen riecht nach dir, ich möchte es einfrieren. Doch löst sich auch der schönste Duft irgendwann auf. Doch das Kissen nehme ich mit, glücklicherweise.

Deine Hände in meinen, deine Arme um meine, um mich gelegt, möchte ich einschlafen. Den Stress vergessen. Den Umzug. Die Achterbahn. Vergessen wie ich bin, vergessen die Probleme und was Vergangen. Ein Moment. Für dich, für mich. Fern von allem, was schwierig ist. Fern vom Reich der Tränen, fern von Problemen, Stürmen, die über unser Leben ziehen, dem täglichen Wahnsinn. All das vergessen, lass es los. Einen Moment Hoffnung, einen Moment nur Liebe.

Nur Liebe und einander Haben. Egal was war, egal was ist und was kommt.

°

°

Halte an ihm fest, halte mich fest. So wie das Meer und der Felsen. Er löst sich im Meer auf und das Meer in ihm, doch bleiben beide sie selbst. Das Meer, nass, kalt und manchmal warm, manchmal schwach und manchmal gewaltig, manchmal weit weg und manchmal ganz nah. Es hat Energie, hat sie aber nicht immer wenn sie sie braucht, und keiner vermag diese Energie zu kontrollieren. Keine Menschen, keine Felsen, kein Himmel. Nicht mal das Meer selbst vermag dies. Der Felsen fest, oft auf den ersten Blick unnahbar, doch keiner weiß wie tief er reicht, wie schwer er ist und was in ihm verborgen. Doch genauso geht es dem Meer.

Es schlägt gegen viele Felsen, gegen kleine Steinchen und gegen Sandbänke. Doch in einem Felsen kehrt es immer wieder zurück. Bei ihm bleibt es. Ich hoffe für immer. Der Felsen und das Meer. Der magische Ort. Die Sternschnuppen.

°

°

Das „I love you“ an der Wand. Eines der wenigen Dinge, die ich noch nicht abgehängt habe. Und ein Foto von uns. Und Lena, du weißt schon, bei mir.

Danke dafür.

Und Danke, Gott, dafür.

Für den Halt, ein bisschen,

in einem stürmischen, scheinbar wurzellosen

Leben.

Schatten und Licht

Es ist richtig und falsch.

Ich will es, aber will es auch nicht. An der Grenze zwischen Leben und Tod spielt meine Seele Fangen. Summt die immer gleiche Melodie, vorwärts und rückwärts.

Soll ich mich einfach gleiten lassen? Zerreißen lassen von den umgebenden Wesen, betäuben lassen von der weiten Nacht? Wird es mein Absturz sein oder mein Sieg?

*

Und morgen, wenn alles vorbei ist…

Sind wir dann noch eins? Sind wir dann noch hier?

Ich schaffe das hier nicht. Nicht alleine. Ich möchte fliehen doch ich bin erst gelähmt, dann erstarrt.

Ich möchte schlafen, doch meine Augen sind weit aufgerissen. Und zugleich fallen meine Lider zu, doch der Geist ist rastlos. Er kann seinen Frieden nicht finden. Nie.

War es falsch? Oder war es vielleicht sogar heilsam?

Kann der Schaden die Heilung bringen? Muss man erst wieder richtig abstürzen um fliegen zu können? Muss man dem Tod tief ins Auge blicken um das dünne, zerbrechliche Leben fühlen zu können? Oder hat man dann erst recht Blut geleckt und wird magnetisch angezogen von der Dunkelheit? Vom Tod? Von den dunklen Wesen und den (leeren) Versprechungen? Von dem Gefühl, high zu sein, das die Leere in uns doch nicht ausfüllt?

Schatten gegen Licht. Absturz gegen Erfolg. Tag gegen Nacht. Wunde gegen Heilung.

Du gegen mich.

Ich an dir. Fest.

.

Dort schwebt sie, die ruhlose Seele meiner selbst.

Weit über den Häusern und Lichtern der Stadt, sie fliegt wie ein Adler. Winkt dir zum letzten Mal. Ich winke dir zum letzten Mal. Und sie schwebt immer weiter, immer höher. Davon. Weit weg.

Bis ihre Flügel zerreißen und sie in die unendliche Tiefe des Universums tauchen. Ohne ein Fünkchen Widerstand. Kraftlos. Willenlos. Hoffnungslos?

Schnell und faszinierend hinab. Du und ich. Heute und morgen.