R.I.P. – ‚May angels lead you in‘

Es ist alles echt.

Der Schmerz ist echt. Die Tränen und die Ohnmacht. Traurigkeit. Ruhe. Nichts betäubt. Nichts gepusht. Die Leere. 

Ich bin clean.
Und du bist weg.

Manchmal der Versuch es zu verdrängen. Versuch zu Lachen. Das weinen wenn es doch nicht funktioniert. Kein komisches Lachen. Keine überdrehte Stimmung. Menschen. Nachdenklichkeit. Gedanken und Erinnerungen. Ich fühle alles. Hier.

Die ganzen Tage und auch jetzt. 

Der Schmerz ist delicious. Ich fühle ihn ganz klar. Ich bin da. 
Es ist wie schwarze Farbe, die an meinen Schuhen klebt und mich begleitet wo ich hingehe. Ob ich lache oder weine, so schnell lässt sie sich nicht abwaschen. Ob ich sie ansehe oder wegschaue, sie ist und bleibt da. Mit der Zeit läuft sich ein Teil ab und ein anderer Teil tritt sich fest. Die Farbe blättert ab aber schwarze Flecken bleiben an meinen Schuhen. Ich lerne damit zu leben.

Wie Narbengewebe.

Ein Teil meiner Welt bleibt stehen. Diesmal trifft es ein Teil meiner Kindheit. Er bleibt stehen; drifted weit weg und verblasst. Es schmerzt, ihn wegtreiben zu sehen. Noch schmerzt es sehr und ich weiß nicht ob ich weinen oder ablenken soll. Wieder weinen.

Ich hätte gerne so viel anders gemacht. Ich hätte dich gerne öfter gesehen. Mehr mit dir geredet. Ich spüre wieder wie unperfekt diese Welt ist. Das manche Sachen einfach für immer kaputt bleiben und es für vieles keine richtige Lösung gibt.

Ich bin clean aber was hilft das. Den Schmerz nur stärker zu spüren und zu wissen, dass man damit irgendwie umgehen muss. Irgendwie ohne Drogen; Pillen oder Klingen. 

Ich hab heute nichtmal ’ne Zigarette geraucht. Aber davon kommst du auch nicht zurück. Du darfst gehen. Das ist schön für dich und traurig für uns.

Nebenan das Grab eines Mädchens, die auch entschieden hatte, zu gehen. Nicht freiwillig aber ihr dunkler Begleiter hat es für sie entschieden. Er war zu stark.

Man sagt „Leute sterben nicht, sie finden nur ihre Wahrheit. Die anderen müssen weitersuchen.“

Du hast deine Wahrheit gefunden und jetzt bist du im Himmel und es geht die endlich wieder gut. Du hast uns so viel gegeben. Wieso sag ich dir das erst jetzt und nicht bevor du gingst?

Ich möchte auch meine Wahrheit finden, frei sein und diesen Schmerz nicht mehr tragen müssen aber ich muss wohl noch ein bisschen hier bleiben.

Du fehlst uns allen sehr. Es haben heute fast alle geweint. Die Art wie du gingst, nimmt mir einen Teil meiner Angst vor dem Sterben. Und zugleich ist dein Verlust so schmerzlich.

Ich dachte, jetzt wo ich älter und reifer bin; tut es nicht mehr so weh aber es tut genauso weh. Ich bin traurig aber nicht so verzweifelt. Weil ich weiß wo du jetzt bist.
Ich weine aber kann es gar nicht erfassen. Und nicht nur mir geht es so.
**

„So what would you think of me now,
so lucky, so strong, so proud?
I never said thank you for that,
now I’ll never have a chance.

May angels lead you in.
Hear you me, my friend.
On sleepless roads the sleepless go.
May angels lead you in.

And if you were with me tonight,
I’d sing to you just one more time.
A song for a heart so big,
god wouldn’t let it live.“


**

Wir vermissen dich… euch beide :‘-( ❤

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