Zusammenbruch#Breakdown

Yooo….
Liebe Grüße aus der Dauerklapsmühle??

Was soll ich hier schreiben. Ich bin grad high nicht mehr high vom nichts fühlen. Die ganzen Medikamente die sie mir geben….

Ich weiß, das Wort Dauerklapse klingt abwertend. Aber über irgendwas muss man ja lachen. Die anderen Patienten nennen’s auch so. Nennen sich selbst so. Und gerade eine Therapeutin hier prägte im Scherz diesen Namen. Dauerklapsmühle. Hier bin ich gerade.

Nur die Ärzte und Personal hören das nicht gerne. Offiziel zumindest. Inoffiziell hat mein Ergotherapeut noch witzigere Namen für unsre Dauerklapse und für manche Ärzte. 
Er meint das nicht böse, es heitert uns auf
Und das ist alles was zählt.

***

Ich bin gestern so durchgedreht. Ich hatte kein Bock mehr und es ging einfach nicht mehr.

Wenn man viel zu lange sagt, es geht einem gut, und keinem erzählt was los ist, bricht man irgendwanm zusammen. Erst lautlos, dann immer lauter. Immer und immer wieder. Vielleicht bemerkt es nicht mal jemand. Und man findet keine andere Lösung für die ganzen Probleme und Zustände als für immer zu gehn. Der Tod ist ein Versprechen. Ein Süßes, wie es scheint.

Doch auf die andere Seite habe ich es bisher noch nicht erfolgreich geschafft – und ist vielleicht besser so. Vielleicht. Man lernt daraus, in zweierlei Weise. Man wird erwachsener. Schlauer. Aber auch gefährlicher.

Ich bin durchgedreht weil ich die verdammte Last nicht mehr halten konnte, nicht mehr immer jeden was vorspielen wollte, aber so in mir gefangen bin, dass nichts raus konnte.
Nach einiger Zeit und immer lauter werdenden und Macht erringenden Gedanken bemerkte es eine Betreuerin.
Sie nahm mich mit. Es dauerte eine Weile, bis ich Worte aus meinem Mund bekam. Aber sie verstand. Zumindest das Wichtigste.

Die Betreuer haben mit der Notdiensthabenden Ärztin von hier gesprochen. Sie waren nicht sicher ob ich lieber auf die Geschlossene sollte. Ich hab ihr gesagt, mich zu schneiden hilft mir, die Suizidalität zu kontrolliern. Mich zu schneiden, hilft, mich nicht zu töten. Ich war noch clean und deswegen der Druck so hoch, irgendwas zu tun. Die Todgedanken so laut. Mit dem Zulassen ihrerseits mich zu Schneiden, hätte ich Ihnen versprechen zu können, mich nicht zu töten. Klingt Paradox, aber es funktioniert.
Man findet immer was, das mit genug Kraft tief genug reingeht. Nicht zu sterben aber ein Ventil zu öffnen. Aber sie erwiderte, dass sie mir das nicht erlauben könne, und es war so spät, dass kein Arzt mehr hier war, der das dann ansehen könnte, sodass ich wenn es zu tief is, wieder ins Krankenhaus müsse und dann auf die Geschlossene. War mir egal, Hauptsache der Leidensdruck lässt nach. So würde ich wahrscheinlich überleben können.
Trotzdem ließen sie es nicht zu & entschieden sich erstmal gegen eine sofortige Einweisung und für ein paar Notfallmedis. Sie sollten mich beruhigen und ohne Angst schlafen lassen.

“‘

Man sieht wie ein Mensch redet, wie er sich verhält. Aber man sieht nicht was er denkt. Was er fühlt. Mit was er ringt. Ob er noch kämpft. Oder ob er aufgegeben hat…

Erster Versuch, mir ein paar weitere Tabletten gegeben zusätzlich zu den normalen. Das hat mich nach einer Weile auch umgehauen und etwas beruhigt, und deswegen muss ich erstmal nicht wieder in die Klinik. Zumindest in die andere Klinik, sofern das hier ne Dauerklapse ist^^
Außer es wird wieder so schlimm aber da ich gerade die ganze Zeit Medikamente bekomme, die alles betäuben, mich müde machen, und mein Gehirn zu Gemüse matschen, kann von Gefahr keine Rede sein.
Und wie es die Woche weitergeht wird dann entschieden.

**

Es geht mir besser, aber die Traurigkeit bleibt. Ein bisschen Anspannung. Der Todeswunsch ist in Halbschlaf versetzt worden.
Leben irgendwo zwischen schlafen, ab und an etwas essen & auf Toilette gehn, und gammeln. Mit den Augenlidern halb offen und dem stehten Versuch, im Griff zu bleiben.

Ab und an mit Ärzten und Therapeuten reden, weil sie in regelmäßigen Abständen reinkommen und mich Dinge fragen. Besser ist es. Es tut gut dass sich jemand kümmert & ich kann nicht von alleine kommen.
Alles zieht an mir vorbei und das ist gut so. Ich kann wieder schlafen ohne Panikattacken, Paranoide Ängste und Halluzinationen. Heute Nacht zumindest.

Es waren Horror Trips, und das, ohne Drogen genommen zu haben. Nur die normalen Tabletten, Sprays und Tropfen, die ich seit Ewigkeiten verabreicht bekomme. Aber die haben auch nicht gereicht. Nicht mehr. Deswegen jez noch mehr Zeugs. Meine Therapeutin hat eine erste Analyse gewagt warum es zu den Ereignissen diese Woche kam.

Aber warum ich alle paar Monate an der Klippe über einen riesigen Abgrund stehen muss und jeder Gedanke mich weiter nach vorne schubst? Keine Ahnung…. das weiß niemand so richtig. Liegt an der Krankheit/den Krankheiten, sagen sie und dass ich sie akzeptieren soll. Anderseits sagen sie, es ist viel mein Einfluss.

Naja. Ich wollte euch hiermit nur updaten. Vielleicht fühlen sich manche verstanden oder erkennen sich wieder. Whatever.

Manchmal hab ich Angst, dass die ganzen Medis mein Herz oder meine Leber killen. Ich weiß nicht wie lange die das noch mitmachen. Aber ich muss sie nehmen, die Psychomedis um überlebensfähig (&im Idealfall auch Alltagsfähig) zu sein, die Körpermedis um nicht noch mehr abzukratzen und die Painkiller um die Schmerzen erträglich zu machen. Sagen alle Ärzte.
Juhu. ein befriedigtes Leben -.-

/

Aber wenn man doch gehn will, wieso bekommt man dann Angst im Angesicht des Todes?
-Weil man keine Kontrolle darüber hat?

Weil man nicht stirbt dann wenn man es will?
Weil die Abschiedsbriefe noch nicht fertig sind?

Keine Ahnung. Wirklich!
Vielleicht will Gott irgendwie dass ich noch Lebe.

***
Na gut….
Ich kann das hier Tippen, viel mehr kann ich grad eh nicht. Zwischendurch geben sie mir Medis, ich schlafe manchmal. Ich vegetiere, in einer Schutzwolke aus Betäubung und Nichts. Die Zeit vergeht ohne, dass ich es mitbekomme.
Manchmal hält man an, will einen Moment festhalten.

#

Ich werde wieder auf die Beine kommen. So ist das bis jetzt immer. Sogar als ich aktiv Sterben wollte, war ich irgendwann wieder auf den Beinen & raus aus der Psychiatrie. Einmal auch umgekehrt.

Die Probleme sind davon nicht weg. Die Welt wird immernoch krank, gestört und böse sein. Und vieles unendlich schwer. Ein ewiger Kampf.
….Aber auf den Beinen.


Mal sehn wann es wieder besser wird & wie sich die nächste Zeit entwickelt.

Ciao
Habt ein gutes Wochenende

Janey

Advertisements

Hinterlasse einen Kommentar

Es gibt noch keine Kommentare.

Comments RSS TrackBack Identifier URI

Kommentar verfassen :)

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s