Umzug, oder: Meer und Felsen

Umzug. Ich fahre sowas von Achterbahn.

*-*

K. ist mein Fels in der Brandung. Egal wie weit das Meer sich zurück zieht. Egal wie schnell und wie stark es gegen den Felsen schlägt. Der Fels bleibt beständig und fängt das Meer ab, fängt die Wucht, mit der es getrieben wird, ab. Er wird nass vom Wasser, aber wenn das Meer sich zurück zieht, zwingt es es nicht, zu bleiben, zeigt ihm aber, dass er da ist.

Ein letztes Mal ist das Meer mit dem Felsen verschmolzen. Ein letztes Mal in diesem Haus, in diesem Zimmer. Ein letztes Mal fließen wir, eng umschlungen, verschmelzen, lösen uns auf. Wir fließen davon, fliegen auch davon. Die Musik ist weit weg, alle anderen Menschen weit weg – doch bald wieder sehr nah. Bald kommen wir wieder in der Brandung an, auf dem Boden an.

­

Du an mir, wir zusammen, landen ganz sanft zurück in diesem Zimmer, in dieser Musik, mit dem Wissen, dass es unser letzter Flug, unser letzter Fluss, in dieser Umgebung war. Die Sternschnuppen winken uns zum Abschied; sie behalten uns in Erinnerung und wir sie. Du weißt was gemeint ist. Und irgendwann, vielleicht, kommen wir einst zurück zu unseren alten Freunden. Der Abend, er bleibt immer in mir, in dir, und wir in ihm. Die Sterne lächeln uns an und schweigen. Ein Geheimnis zwischen uns und den Sternen, unergründlich.

Und doch ist’s ein Abschied. Wenn auch nicht heute, so morgen, übermorgen. Sagen wir Tschüss zu den Sternen, zu dem Magischen Ort und zu dem Zimmer, dem Haus, dem Bett, der Wand, den Lichtern. Dem kleinen Sternenhimmel über dem Bett, der vielleicht anderswo auftauchen wird.

Tschüss und vielleicht auf Wiedersehen – doch versprechen können wir’s nicht.

°

°

Viele schöne, bewegende Erinnerungen nehmen wir mit. Die schlechten, schmerzlichen Erinnerungen, die meist einsam, manchmal gar blutend; ich versuche sie hier zu lassen, zurück zu lassen. In dem Zimmer – doch nicht für wen anders. Nimm das Gute mit, bewahre so viel wie möglich davon in deinem Herzen auf, und lass das Schlechte los. Leicht gesagt doch so leicht tut sich’s nicht.

Diese letzte Nacht, dieses letzte Wochenende mit dir hier, magisch, wunderschön. Mein Kissen riecht nach dir, ich möchte es einfrieren. Doch löst sich auch der schönste Duft irgendwann auf. Doch das Kissen nehme ich mit, glücklicherweise.

Deine Hände in meinen, deine Arme um meine, um mich gelegt, möchte ich einschlafen. Den Stress vergessen. Den Umzug. Die Achterbahn. Vergessen wie ich bin, vergessen die Probleme und was Vergangen. Ein Moment. Für dich, für mich. Fern von allem, was schwierig ist. Fern vom Reich der Tränen, fern von Problemen, Stürmen, die über unser Leben ziehen, dem täglichen Wahnsinn. All das vergessen, lass es los. Einen Moment Hoffnung, einen Moment nur Liebe.

Nur Liebe und einander Haben. Egal was war, egal was ist und was kommt.

°

°

Halte an ihm fest, halte mich fest. So wie das Meer und der Felsen. Er löst sich im Meer auf und das Meer in ihm, doch bleiben beide sie selbst. Das Meer, nass, kalt und manchmal warm, manchmal schwach und manchmal gewaltig, manchmal weit weg und manchmal ganz nah. Es hat Energie, hat sie aber nicht immer wenn sie sie braucht, und keiner vermag diese Energie zu kontrollieren. Keine Menschen, keine Felsen, kein Himmel. Nicht mal das Meer selbst vermag dies. Der Felsen fest, oft auf den ersten Blick unnahbar, doch keiner weiß wie tief er reicht, wie schwer er ist und was in ihm verborgen. Doch genauso geht es dem Meer.

Es schlägt gegen viele Felsen, gegen kleine Steinchen und gegen Sandbänke. Doch in einem Felsen kehrt es immer wieder zurück. Bei ihm bleibt es. Ich hoffe für immer. Der Felsen und das Meer. Der magische Ort. Die Sternschnuppen.

°

°

Das „I love you“ an der Wand. Eines der wenigen Dinge, die ich noch nicht abgehängt habe. Und ein Foto von uns. Und Lena, du weißt schon, bei mir.

Danke dafür.

Und Danke, Gott, dafür.

Für den Halt, ein bisschen,

in einem stürmischen, scheinbar wurzellosen

Leben.

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