You and I collide

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Steigst in die vorletzte Bahn

die dich von hier wegbringt

schaust dich ein letztes Mal um

während dein Kopf mit Schatten ringt

Ich sitze hier und hör Musik

beobachte die Farben verlaufen

in ein kaltes Schwarz getränkt

glänzen sie

vernebeln die Luft.

ich atme sie ein

halte sie fest

 *

Dein Zug fährt langsam los

du legst dich auf den Boden

schließt deine Augen

hörst dumpf die Stimmen um dich herum

Ich flieg zum letzten Mal

die Spritze fällt zu Boden

mein Herz jagt dem Gifte nach

Ich schwebe weit weg

zu einem Riesenvulkan

Die Bahn beschleunigt

es ist ein ICE

weißt es gibt kein zurück mehr

Notbremse verloren

+

Mir wird warm

ich hör die Lava brodeln

fühl mich so geborgen

weiß es dauert nicht mehr lang

Es fängt zu zischen an

ich werde weggespült

der heiße Lebensfluss, so leuchtend die Kraft

gleite ich ins Tal hinab

Ich sehe Sonne und den Mond am Himmel stehn

zwischen den schwarzen, dichten Schlieren

Dein Zug wird jetzt noch schneller

auf Hochgeschwindigkeit

die Angst packt dich

doch du bist entschieden

weißt was kommen wird

und ich weiß es auch

wie ein Schlag ist meine Welt weg

zerbrochen und versunken

zurück im Zug, wieder Farben vor mir

ziehe ich mich Stück für Stück nach vorne

um dich bald zu sehn

 *

Ich hör es quietschen

die Bremse, doch es ist zu spät

Dreihundert KMH mal zwei

Ich höre Menschen schrei’n

Die Panik überwältigt sie

doch mich nicht.

sie wollen flüchten, doch sind gefangen

im fahrenden Käfig des Todes

schon kommt dein Licht

Ein quälend-zerreißendes Geräusch

ein Knall, so laut wie tausend Schüsse

das Quietschen und Knirschen hält an

Schreie verstummen.

Menschen umgeknickt wie Grashalme

zusammengematscht wie nur noch eine einzige Masse

Sterbende schrei’n.

Überlebende wein’.

-+-

Die Welt steht still.

Ich seh dich vor mir stehn

lauf zu dir

du musst weitergehn!

Deine Tränen in den Augen wisch ich ab

mit einem Tuch aus dem Staub der Vergangenen Leben

wir hörn noch die Sirenen

breite meine Flügel aus

die andern untergehn

Der Himmel rötet sich

gleich kommt das ewig weiße Licht

wir steigen auf, haben’s geschafft

und werden ganz ruhig

Wir müssen nicht mehr kämpfen

alles ist vorbei

diese Welt hinter uns

hör’n noch den letzten Schrei

~

Der Pulsschlag hallt so langsam

Acht Schläge pro Minute

wir halten uns fest

treiben weit weg

Wir sind bereit?

Ende aller Zeit.

R.I.P. – ‚May angels lead you in‘

Es ist alles echt.

Der Schmerz ist echt. Die Tränen und die Ohnmacht. Traurigkeit. Ruhe. Nichts betäubt. Nichts gepusht. Die Leere. 

Ich bin clean.
Und du bist weg.

Manchmal der Versuch es zu verdrängen. Versuch zu Lachen. Das weinen wenn es doch nicht funktioniert. Kein komisches Lachen. Keine überdrehte Stimmung. Menschen. Nachdenklichkeit. Gedanken und Erinnerungen. Ich fühle alles. Hier.

Die ganzen Tage und auch jetzt. 

Der Schmerz ist delicious. Ich fühle ihn ganz klar. Ich bin da. 
Es ist wie schwarze Farbe, die an meinen Schuhen klebt und mich begleitet wo ich hingehe. Ob ich lache oder weine, so schnell lässt sie sich nicht abwaschen. Ob ich sie ansehe oder wegschaue, sie ist und bleibt da. Mit der Zeit läuft sich ein Teil ab und ein anderer Teil tritt sich fest. Die Farbe blättert ab aber schwarze Flecken bleiben an meinen Schuhen. Ich lerne damit zu leben.

Wie Narbengewebe.

Ein Teil meiner Welt bleibt stehen. Diesmal trifft es ein Teil meiner Kindheit. Er bleibt stehen; drifted weit weg und verblasst. Es schmerzt, ihn wegtreiben zu sehen. Noch schmerzt es sehr und ich weiß nicht ob ich weinen oder ablenken soll. Wieder weinen.

Ich hätte gerne so viel anders gemacht. Ich hätte dich gerne öfter gesehen. Mehr mit dir geredet. Ich spüre wieder wie unperfekt diese Welt ist. Das manche Sachen einfach für immer kaputt bleiben und es für vieles keine richtige Lösung gibt.

Ich bin clean aber was hilft das. Den Schmerz nur stärker zu spüren und zu wissen, dass man damit irgendwie umgehen muss. Irgendwie ohne Drogen; Pillen oder Klingen. 

Ich hab heute nichtmal ’ne Zigarette geraucht. Aber davon kommst du auch nicht zurück. Du darfst gehen. Das ist schön für dich und traurig für uns.

Nebenan das Grab eines Mädchens, die auch entschieden hatte, zu gehen. Nicht freiwillig aber ihr dunkler Begleiter hat es für sie entschieden. Er war zu stark.

Man sagt „Leute sterben nicht, sie finden nur ihre Wahrheit. Die anderen müssen weitersuchen.“

Du hast deine Wahrheit gefunden und jetzt bist du im Himmel und es geht die endlich wieder gut. Du hast uns so viel gegeben. Wieso sag ich dir das erst jetzt und nicht bevor du gingst?

Ich möchte auch meine Wahrheit finden, frei sein und diesen Schmerz nicht mehr tragen müssen aber ich muss wohl noch ein bisschen hier bleiben.

Du fehlst uns allen sehr. Es haben heute fast alle geweint. Die Art wie du gingst, nimmt mir einen Teil meiner Angst vor dem Sterben. Und zugleich ist dein Verlust so schmerzlich.

Ich dachte, jetzt wo ich älter und reifer bin; tut es nicht mehr so weh aber es tut genauso weh. Ich bin traurig aber nicht so verzweifelt. Weil ich weiß wo du jetzt bist.
Ich weine aber kann es gar nicht erfassen. Und nicht nur mir geht es so.
**

„So what would you think of me now,
so lucky, so strong, so proud?
I never said thank you for that,
now I’ll never have a chance.

May angels lead you in.
Hear you me, my friend.
On sleepless roads the sleepless go.
May angels lead you in.

And if you were with me tonight,
I’d sing to you just one more time.
A song for a heart so big,
god wouldn’t let it live.“


**

Wir vermissen dich… euch beide :‘-( ❤

Eskalation – und Umkehr?

Hey liebe Leute,

Bin die letzten zwei Wochen hart eskaliert. Und nein, jetzt nix mit Drogen. Da bin ich monentan raus und froh drum. Und Essen läuft auch ganz ok…

Hab mich die letzten zwei Wochen mehr geschnitten als in den letzten Monaten zusammen. Wurde leider auch sehr schnell wieder viel und tief. Und aus Angst, gegen meinen Willen in die Klinik zu kommen bin ich diesmal nicht zur Versorgung ins Krankenhaus gegangen. Hab das Tiefste mit strips notdürftig zusammengeklebt und den Rest offen gelassen. Natürlich hats am Arm und vor allem Bein wieder entzündet und weil immer mehr dazu gekommen ist, hat das die Wundheilung auch nicht gerade begünstigt. 

Das is alles ziemlich scheiße mittlerweile und es macht mich so fertig ständig verheimlichen, verstecken zu müssen, neue Ausreden für dies oder das, möglichst fit zu wirken und innerlich zu bangen dass es keine Blutvergiftung wird weil ich keinen Arzt rechtzeitig drauf schauen lasse.

Ja… ich habs so übertrieben dass ich dachte, OK ich brauch jez Hilfe um aus dieser Akutphase rauszukommen, erstmal runterzukommen und die Wunden mal heilen lassen ohne ständig neue hinzuzufügen. Das war mein Gedanke. Von diesem schlechten Trip runterzukommen und es wieder zu schaffen mehrere Wochen oder 2-3 Monate sv-frei zu bleiben.
Jo… und jetzt ist was ganz anderes draus geworden. Das Gespräch gestern war richtig krass…. wusste am Anfang gar nicht wie ich das anfangen soll…. und dann ist irgendwie eine ich-werde-clean-Bewegung draus geworden.

So brutal wie es war so brutal versuchen wir es jetzt mit Ehrlichkeit. 

Ja wirklich… ich hab ihm zwei Päckchen Klingen abgegeben, die er dann weggeworfen hat. Hab gestern abend meine Rasierer und andere Gegenstände mit Klingen abgegeben. 

Ich hab den Betreuern offen gesagt wie es aussieht. Dass es nicht nur das eine Mal war und nicht nur am Arm was sie sahen sondern mein Bein noch schlimmer aussieht. Dass ich mich viel zu oft und zu tief verletzt hab. Dass ich Angst hatte es zu sagen aus Angst vor Konsequenzen. Dass ich als Kind und Jugendliche von meinen Erziehungsberechtigten für allesmögliche bestraft wurde und man nicht gegen sie ankam. Verheimlichen und alles so für mich heimlich zu machen war die einzige Überlebensstrategie. Dass ich meine Ängste vor diesen Personen auch auf die Betreuer projeziert habe und deswegen versteckt habe.

All das hab ich ihnen gesagt, auch dass ich immens viel Verbandszeug aufm Zimmer habe. Und Medikamente. Wir sind sogar meine Medikamente durchgegangen, paar überflüssige Pillen kamem raus und am Ende hab ich ihr sogar die Wunden und die Strip-Anlage am bein gezeigt.
Ganz schön nervenaufreibend und anstrengend aberes tut auch irgendwie gut. Dass es raus ist. Dass ich keine Angst haben muss wenn es rauskommt. Dass mein Zimmer durchsucht wird und sie was finden. Dass ich ne schlimme Entzündung bekomme und nicht zum Arzt fahren kann.
Ich hab ihnen auch gesagt auf was die sich einlassen und ich mich einlasse, wenn ich jetzt versuche clean zu werden. Frei zu werden. Nicht nur 2-3 Monate sondern immer. Nach Rückfällen wieder aufzustehen und noch härter weitee zu kämpfen. 

Der Druck der sich nach einer Zeit einstellt und alles kaputt macht; mein Schlaf, essen, meine Arbeit, meine Gefühle. Alles. Von morgens bis abends und mamchmal unaushaltbar. 

Dann, wenn dieser fürs erste Überwunden  ist, meine Gefühle alle viel intensiver werden, begleitet von Schüben aus Druck und vielen Tränen. 
Es wird heftig werden, ich kenne das mittlerweile. Zu gut kenne ich es.

Aber mit brutaler Ehrlichkeit habe ich es noch nie probiert.

**

Nächste Woche soll ich all das nochmal meiner Therapeutin erzählen (die Betreuer sagen es ihr aber vorher schon mal).
Ja ich bin gespannt und denke dass mir die Therapie auch sehr helfen kann im dieser Zeit konkret in diesem Thema, wenn ich offen bin.

Vielleicht gelingt mir die Wende… ich hoffe das sehr. 

Das war einfach zuviel; einerseits ist das schlecht, anderseits wenn es nur EIN Rückfall gewesen wäre hätte ich nichts geändert. Nur dadurch dass es derart viele und arg waren, bin ich diesen ersten Schritt gegangen.
Mal sehen wie es wird.

….
Und zuletzt noch Grüße und Dank an das „Wölfchen“ (für das Projekt) und alle anderen die mich unterstützen; für mich beten und für mich da sind. 

Und Danke an Papa, der uns die Kraft und Hoffnung schenkt, das wir schaffen was wir schaffen wollen und der die guten Sachen fett segnet  ❤

Zurück im ES-Loch

Mal wieder ein kleines Update von mir. Naja vielleicht auch nicht so klein, keine Ahnung. 

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Ich bin ja in dieser Gruppe seit ner Weile, eine Art Langzeit-Therapie. Mit paar Leuten arbeite ich übers Netz zusammen aber mein richtiger Job findet nach wie vor draußen statt.

Heute nicht, da kam mir die Idee mal wieder zu bloggen.

Ohne High-Speed-Volumen  und ohne WLAN hab ich mir die drei selben Dokus zum fünften mal reingezogen. Apropos reingezogen – hab mir länger außer der ganzen Medikamente und Sprays nix anderes mehr reingezogen. Schon krass irgendwie, wenn man es gar nicht mehr so kennt. Aber manche Medis ballern auch ganz ordentlich, auch wenn ich das nicht will.
Naja, Essen und Trinken hab ich natürlich auch noch zu mir genommmen… meine letzte radikal-Diät war jetzt n Dreivierteljahr her, ich hab sogar in der Zeit ein paar Kilo zugenommen und hatte für ne Weile Ernährungstherapie. Diese Zeit ist schon recht lang und eigentlich gut. 

Und es wäre vielleicht noch länger geworden, aber gestern wurde ich zurück ins Loch gekickt. Ins ES-Loch, naja eher Hungerloch (essgestörte Phase).

Ja… man weiß nie wann es wieder zuschlägt. Man weiß nie wie lange diese Phase dauert, ob und wann sie zu Ende ist oder vielleicht wieder ins Gegenteil umschlägt oder in eine bisher unbekannte Richtung.

Symptomverschiebung nennt meine Therapeutin das bei den Depressionen. Man denkt, es wird besser, und da knallt ein neues, bisher fremdes Symptom volle Bandbreite in dein Leben, haut dich teilweise oder komplett raus, und du musst überhaupt erstmal lernen, damit umzugehen… und da du nicht auf Anhieb einen Weg dafür hat, steigt der Sucht- & SvV-druck als mögliche Bewältigungsstrategie….

Hier drin war ich länger nicht, dennoch ist mir all das vertraut… das chronische Hungergefühl was zum täglichen Begleiter wird, das ständige Wiegen, die Gedanken, die von allem anderen ablenken, sogar etwas von den Selbstverletzungsgedanken… allen etwas vorspielen, Ausreden finden, sich nichts anmerken lassen…
Das ist irgendwie verrückt. Wenn man den ganze  Tag irgendwie am Essen ist, verdrängt man dies. Isst man nicht mehr oder kaum, beschäftigt man sich den ganzen Tag mit dem Thema Essen und allem was da herum ist.

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Ich habe mich auch im August getrennt. Nach der Trennung hatte ich vermehrt Selbstverletzungen um irgendwie mit dem extremen Druck klarzukommen, der dadurch entstand, dass ich nicht weinen konnte und die dazugehörigen Gefühle auch nicht empfinden konnte. Extrem. Absolute Gefühlslosigkeit, emotionale Betäubthheit einige Wochen lang… und dann nur dieser Druck, der immer immer mehr wird, Suchtgedanken, Gänsehaut, Zittern, permanent auf Strom, wach – zu wach, totales Abdrehen…. Schneiden unausweichlich… aber geschafft nicht zu nähen, keine Teile zu holen, und bis auf das Foto nichts weiteres zu zerschlagen. 

Impulse.

Hab es jetzt geschafft die Verletzungen wieder etwas zu reduzieren, auch wenn dann die Kippe öfter  herhalten muss und in Notsituationen dann auch oft mal an meinem Bein oder auf den Handgelenken landet. Irgendwas ist es halt immer. Blöder Druck….
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Die Trennung ist aber mittlerweile für mich durch bzw ich bin durch damit. Wir hatten ne gute Zeit in der ich auch viel Halt in ihm fande aber die letzten Monate der Beziehung waren sehr schlecht und anfangs auch extremst verletzend, bis ich anfing mich davon zu distanzieren. Wir bekamem extreme Probleme und später schien er kein Interesse an erneuter Annäherung zu haben, meldete sich irgendwann sogar nicht mehr  (obwohl er seit mehreren Wochen frei hatte) und lies die Beziehung an den Problemen vergammeln….

Naja er weiß das auch alles, ich weiß auch nicht warum ich das hier hin schreibe^^
**********

Ich weiß nicht, ob ihr das kennt. Meine Träume sind so krass und so extrem vielfältig, real und spannend  (im Gegensatz zu meiner  aktuellen Realität) dass ich manchmal den Eindruck habe, nur noch in meinen Träumen zu leben. Früher war echt Action & momentan häng ich hier fest, muss mit meiner Krankheit und dem Suchtdruck  umzugehen  lernen und erlebe nicht so viel. 

Klar  früher  war auch viel Scheiße drin in dem was man so erlebt  hat, und genauso  viel scheiß  ist auch in meinem Träumen  drin. 

Fast alle sind schlecht oder sogar Alpträume aber spannend & lebhaft  sind sie, das muss man ihnen lassen…
******************
Trotzdem bin ich nicht  in eine Krise gekommen, zumindestens keine richtige. Manchmal dachte ich, es ist wieder soweit, aber es hat sich immer wieder gegeben bis jetzt.  

Ja es triggert manchmal richtig, und das ist nervig und anstrengend wenn man so instabil  ist, aber ich bin nicht wieder komplett abgestürzt oder eingeliefert oder halbtot. Also echt gut für meine Verhältnisse. 
Aber ja ist echt schwer mit den ganzen Impulsen, den vielen Gefühlen auch wenn die Medis sie sehr dämmen, das schwarz-weiße Denken, die scheiß Erinnerungen die manchmal 1000 Kilo wiegen… das Verzerrte Selbstbild und die verseuchten Gedanken. Und der ganze Rest, ich kann es nicht  aufzählen. 
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Manchmal sind wir abgefuckt,ein einziges Wrack, eingekracht, haben uns taub gemacht.

Welttag zur Suizidprävention

Unter dem Motto „and so i kept living“ (und so blieb ich am Leben) findet heute der Weltweite Tag zur Suizidprävention statt (world suicide prevention day).
Zu dieser Kampagne gehört auch die National Suicide Prevention Week, die noch bis einschließlich morgen, 11. September geht.
 
„Jedes Jahr sterben in Deutschland ungefähr 10.000 Menschen durch Suizid. In Deutschland sterben mehr Menschen durch Suizid als durch Verkehrsunfälle, Gewalttaten und illegale Drogen. Weit mehr als 100.000 Menschen erleiden jedes Jahr den Verlust eines nahestehenden Menschen durch Suizid.“ (von suizidpraevention.wordpress.com).
Weltweit sehen diese Zahlen nicht besser aus; Suizid ist nicht nur Folge von Depressionen und anderen psychischen Erkrankungen sondern auch Resultat ganz anderer vielfältiger Probleme, unzureichender Hilfe, Hoffnungslosigkeit oder auch gesellschaftlicher Ausschließung.
 
Heute ist ein Tag zum Gedenken an durch Suizid verstorbene Partner, Familienangehörige, Freunde… an Menschen, die es nicht mehr geschafft haben, keine Hoffnung mehr sahen und den Tod als einzigen Ausweg ihres Leidens wahrnahmen.
 
Die Vorstellung vom ruhigen, friedlichen Tod ist nur selten Realität, viele werden durch jahrelangem Kampf mit einer Krankheit oder anderen schweren Problemen immer mehr an die Grenze des Lebens gedrückt.
 
Viele von uns wissen, wie es sich anfühlt, von der Last erdrückt zu werden, nicht mehr leben zu wollen, Suizid als Auswegs zu sehen.
Einige haben vielleicht auch tatsächlich gehandelt – doch nur wenige reden darüber.
Auch ich musste diese Erfahrung machen und es hat lange gedauter bis ich so weit war, mit jemanden darüber reden zu können. Auch jetzt wissen es viele immernoch nicht.
Die Dunkelziffer der Suizidversuche ist um ein vielfaches höher als diese der Menschen, die durch Suizid tatsächlich starben.
 
Daher geht es beim heutigen Tag nicht nur um das Gedenken der an Suizid verlorenen Menschen, sondern auch darum, es auszusprechen – darüber zu reden, Hilfen zu erhalten und Suizid zu vermeiden.
 
Lasst uns anfangen, offen über unsere Probleme und Gedanken zu sprechen, nach Hilfe zu fragen, andere wahrzunehmen und uns zu unterstützen.
Auch wenn es sich so anfühlt  – Suizid ist niemals ein Weg, Probleme zu lösen. Wir  löschen uns nur aus allen Problemen und hinterlassen ein großes Loch im Leben der uns liebenden Menschen.
Speak out – you matter!
Sprich es aus – weil du zählst!
 
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#Speakout #Suicideawareness #Suizzidprävention #ISPD #NSPW #IASP
 

One of these days

Heute ist einer dieser Tage, an denen ich einfach überhaupt kein Bock hab, Rücksicht auf meine Krankheit zu nehmen.

Heute Mittag hab ich über einen 2.000 Wörter-Text übersetzt, das hat mir glaub ich gut getan und Spaß gemacht. Aber generell geht heute nicht viel. Ich würde aber so gerne. Ich versuch es trotzdem aber es ist eine totale Gradwanderung.

***

image

An manchen Tagen geht es mir gut.
An manchen Tagen fühle ich mich nicht gut.
An manchen Tagen kann ich mich fast akzeptieren,
An manchen Tagen hasse ich mich selbst.
An manchen Tagen bin ich etwas unbefangen
An manchen Tagen bin ich total unter Druck und eingeengt.
An manchen Tagen lasse ich mich so wie ich bin
An manchen Tagen kämpfe ich gegen mich selbst

Manchmal bin ich stark
Und manchmal bin ich schwach

An manchen Tagen genieße ich Schöne Dinge
Manchmal ziehen sie einfach an mir vorbei.

An manchen Tagen denke ich positives
Und an manchen Tagen versinke ich im Loch meiner Gedanken

An manchen Tagen habe ich Ideen
Und oft vergesse ich alles

So ist das
an manchen Tagen.

I am cut *trigger*

~~ ACHTUNG: Dieser Text könnte Triggern! ~~

**

I’m not a stranger
No I am yours
With crippled anger
And tears that still drip sore

A fragile frame aged
With misery
And when our eyes meet
I know you’ll see

I do not wanna be afraid
I do not wanna die inside just to breathe in
I’m tired of feeling so numb
Relief exists I find it when
I am cut

I may seem crazy
Or painfully shy
And these scars wouldn’t be so hidden
If you would just look me in the eye
I feel alone here and cold here
Though I don’t want to die
But the only anesthetic that makes me feel anything kills inside

I do not wanna be afraid
I do not wanna die inside just to breathe in
I’m tired of feeling so numb
Relief exists I find it when
I am cut
Pain
I am not alone
I am not alone

I’m not a stranger
No I am yours
With crippled anger
And tears that still drip sore

But I do not wanna be afraid
I do not wanna die inside just to breathe in
I’m tired of feeling so numb
Relief exists I found it when
I was cut

***

Finde mich in diesem Text soo wieder…

Ich will keine Angst haben. Ich will nicht innerlich sterben nur zu atmen, ich hab es satt mich so betäubt zu fühlen,  ja es gibt Befreiung, und ich erhalte sie wenn ich zerschnitten bin… leider.

Ich glaube, wir Menschen sind süchtig nach unserer eigenen Selbstzerstörung. Rauchen, Arbeiten, Saufen, Party, Fressen, Hungern, Abhauen, Schneiden, sich von anderen abtrennen, Solarium, Leistungssport…. damit schaden wir und selbst aber tun es, vielleicht extra deswegen. Wir sind süchtig danach, weil es uns den Schmerz vergessen lässt. Die Krebs-Warnung auf den Zigaretten ist uns egal. Die Triggwerwarnung über diesem Beitrag ist manchen von euch egal. Zumindest mir oft. Sie macht es sogar noch interessanter.

##

Ich hab schon mega Fortschritte gemacht aber manches ist irgendwie grad total blöd… Der Druck war zu lange zu hoch und dann ist es irgendwann einfach rausgebrochen, unkontrolliert, tief und viel, ohne Rücksicht auf Verluste. Wir hätten wieder in die Notaufnahme fahren sollen aber weil es nicht lebensgefährlich war, habe ich es so versorgt. Ist nicht ideal, aber wenn man das vernünftig versorgt, es sauber hält, die Verbände gut wechselt, heilt es auch mal ohne nähen, es braucht halt nur länger und die Narbe ist dann eben breiter.

Es war so tief und so viel Blut, dass der Druck längst weg sein sollte, aber er kommt trotzdem. Die Anspannung. Nicht so extrem dass ich sofort wieder Craving bekomme und panisch Klingen suche, so schlimm nicht, aber immernoch deutlich und so, dass ich kaum Appetit habe, kaum etwas essen kann oder mich ganz auf eine andere Tätigkeit konzentrieren kann. Und der Verband immer, ständig der stechende Schmerz, nicht richtig duschen dürfen, die Narben die es gibt die ich nie wieder los werde….

Toller Urlaub. Auch wenn es ja irgendwie meine Schuld ist, zumindest wie weit man sagen kann ob man die Dinge in der Hand hat. Aber WENN jemand Schuld hat, dann ich.

Nur ist das alles anders als ichs mir vorgestellt hab, als mein Urlaub anfing :-/

Aber es tut gut darüber zu schreiben.. ich habe auch mit paar wenigen Leuten darüber geredet… der Zwischenweg ist sehr schwer. Es zu beschönigen bzw zu behaupten es sei nicht so tief gewesen und habe kaum geblutet ist gelogen. Aber ich möchte auch nicht dass sich jemand sorgen macht.

Die Tage danach fühlt es sich immer so komisch an. Ich geh einkaufen, trage eine weite Jacke über dem dicken Verband, und trotzdem fühlt es sich so an als weiß jeder was ich tue. Und man will es direkt Wiederholen oder kann fast nicht aufhören weil jegliche Hemmungen erstmal weg sind. An den Verband muss man sich auch erstmal wieder gewöhnen. Fühlt sich an wie runterkommen. Coming-down. Wenn alles wieder runterfährt und sich einpendelt bzw dabei ist. Hat für mich immer was von Geschlossene. Oder generell Psychiatrie. Da hab ich mich auch immer erstmal so gefühlt als ich einen neuen Aufenthalt begonnen habe. Und gerade wo ich das schriebe, habe ich den Geruck vom Essensbereich im Kopf. Merkwürdig was unser Gehirn so treibt.

Naja, bald sehe ich meine Freundin. Meine Beste. Sie ist mein Licht im Wald.

Rückfälle sind scheiße. Sie ficken dein Herz und verätzen dein Gehirn, knocken deinen Körper aus. Und es ist ein Spiel mit dem Tod, wenn man es exzessiv macht.

Einmal die Dosis deiner Drogen zu hoch, fällst du ins Koma oder stirbst. Einmal tief an der falschen Stelle geschnitten, blutest du aus und stirbst in deiner Blutlache oder im Krankenhaus auf der Intensivstation weil der Rettungsdienst zu spät kam und sich dein Kreislauf auch nach dem Nähen trotzdem nicht mehr regeneriern  konnte.

Ein Moment. Ein Schritt. Ein Schnitt. Ein Tropfen. Eine Spritze. Ein Schluck. All das kann über Leben und Tod entscheiden.

+++

Es ist scheiße wenn man schon so lange drin hängt. Sind über 6 Jahre mittlerweile. Ich kann die Rückfälle reduzieren aber ich komm einfach nicht raus aus der Sucht. Im Endeffekt hat sie mich doch irgendwie im Griff. Sucht ist nichts was man mit dem eigenen Willen steuern kann, oder worüber man Macht hat.

Es macht einen großen Unterschied, ob du die Dinge im Griff hast, oder ob sie dich im Griff haben.

#

Ich will gesund werden.

….

schmerzvegressen

Wenn das Liebe ist…??

Kann nicht schlafen, kann nicht essen,
ich kann es nicht verstehen.
Du hast mich vergessen,
während Erinnerungen mich lähmen

Hab Angst vor dem Abend
Mir graut vor der Nacht,
weil dann immer die selbe Frage
mich wach hält:

-Warum bist du nicht da?
Warum bist du nicht da?

***

Wenn das Liebe ist
-Warum bringt es mich um den Schlaf?
Wenn das Liebe ist,
-Warum raubt es mir meine Kraft?

Wenn das Liebe ist,
-Sag mir, was es mit mir macht?

Wenn das Liebe ist,
-Was? Was? Was ist dann Hass? Was ist dann Hass?

**

Tausendmal deine Nummer gewählt,
und tausendmal wieder aufgelegt.

Die ganze Kacke eh keinem erzählt
Wer versteht schon, wie es mir geht?
Genau das bedingt den ganzen weiteren Stress.

Leider kann ich nicht so viel trinken,
dass ich dich vergess‘
-dass ich dich vergess.

***

Wenn das Liebe ist
-Warum bringt es mich um den Schlaf?
Wenn das Liebe ist,
-Warum raubt es mir meine Kraft?

Wenn das Liebe ist,
-Sag mir, was es mit mir macht?

Wenn das Liebe ist,
-Was? Was? Was ist dann Hass?

Was ist dann Hass?

***

(von: Glasperlenspiel – Wenn das Liebe ist)

Zusammenbruch#Breakdown

Yooo….
Liebe Grüße aus der Dauerklapsmühle??

Was soll ich hier schreiben. Ich bin grad high nicht mehr high vom nichts fühlen. Die ganzen Medikamente die sie mir geben….

Ich weiß, das Wort Dauerklapse klingt abwertend. Aber über irgendwas muss man ja lachen. Die anderen Patienten nennen’s auch so. Nennen sich selbst so. Und gerade eine Therapeutin hier prägte im Scherz diesen Namen. Dauerklapsmühle. Hier bin ich gerade.

Nur die Ärzte und Personal hören das nicht gerne. Offiziel zumindest. Inoffiziell hat mein Ergotherapeut noch witzigere Namen für unsre Dauerklapse und für manche Ärzte. 
Er meint das nicht böse, es heitert uns auf
Und das ist alles was zählt.

***

Ich bin gestern so durchgedreht. Ich hatte kein Bock mehr und es ging einfach nicht mehr.

Wenn man viel zu lange sagt, es geht einem gut, und keinem erzählt was los ist, bricht man irgendwanm zusammen. Erst lautlos, dann immer lauter. Immer und immer wieder. Vielleicht bemerkt es nicht mal jemand. Und man findet keine andere Lösung für die ganzen Probleme und Zustände als für immer zu gehn. Der Tod ist ein Versprechen. Ein Süßes, wie es scheint.

Doch auf die andere Seite habe ich es bisher noch nicht erfolgreich geschafft – und ist vielleicht besser so. Vielleicht. Man lernt daraus, in zweierlei Weise. Man wird erwachsener. Schlauer. Aber auch gefährlicher.

Ich bin durchgedreht weil ich die verdammte Last nicht mehr halten konnte, nicht mehr immer jeden was vorspielen wollte, aber so in mir gefangen bin, dass nichts raus konnte.
Nach einiger Zeit und immer lauter werdenden und Macht erringenden Gedanken bemerkte es eine Betreuerin.
Sie nahm mich mit. Es dauerte eine Weile, bis ich Worte aus meinem Mund bekam. Aber sie verstand. Zumindest das Wichtigste.

Die Betreuer haben mit der Notdiensthabenden Ärztin von hier gesprochen. Sie waren nicht sicher ob ich lieber auf die Geschlossene sollte. Ich hab ihr gesagt, mich zu schneiden hilft mir, die Suizidalität zu kontrolliern. Mich zu schneiden, hilft, mich nicht zu töten. Ich war noch clean und deswegen der Druck so hoch, irgendwas zu tun. Die Todgedanken so laut. Mit dem Zulassen ihrerseits mich zu Schneiden, hätte ich Ihnen versprechen zu können, mich nicht zu töten. Klingt Paradox, aber es funktioniert.
Man findet immer was, das mit genug Kraft tief genug reingeht. Nicht zu sterben aber ein Ventil zu öffnen. Aber sie erwiderte, dass sie mir das nicht erlauben könne, und es war so spät, dass kein Arzt mehr hier war, der das dann ansehen könnte, sodass ich wenn es zu tief is, wieder ins Krankenhaus müsse und dann auf die Geschlossene. War mir egal, Hauptsache der Leidensdruck lässt nach. So würde ich wahrscheinlich überleben können.
Trotzdem ließen sie es nicht zu & entschieden sich erstmal gegen eine sofortige Einweisung und für ein paar Notfallmedis. Sie sollten mich beruhigen und ohne Angst schlafen lassen.

“‘

Man sieht wie ein Mensch redet, wie er sich verhält. Aber man sieht nicht was er denkt. Was er fühlt. Mit was er ringt. Ob er noch kämpft. Oder ob er aufgegeben hat…

Erster Versuch, mir ein paar weitere Tabletten gegeben zusätzlich zu den normalen. Das hat mich nach einer Weile auch umgehauen und etwas beruhigt, und deswegen muss ich erstmal nicht wieder in die Klinik. Zumindest in die andere Klinik, sofern das hier ne Dauerklapse ist^^
Außer es wird wieder so schlimm aber da ich gerade die ganze Zeit Medikamente bekomme, die alles betäuben, mich müde machen, und mein Gehirn zu Gemüse matschen, kann von Gefahr keine Rede sein.
Und wie es die Woche weitergeht wird dann entschieden.

**

Es geht mir besser, aber die Traurigkeit bleibt. Ein bisschen Anspannung. Der Todeswunsch ist in Halbschlaf versetzt worden.
Leben irgendwo zwischen schlafen, ab und an etwas essen & auf Toilette gehn, und gammeln. Mit den Augenlidern halb offen und dem stehten Versuch, im Griff zu bleiben.

Ab und an mit Ärzten und Therapeuten reden, weil sie in regelmäßigen Abständen reinkommen und mich Dinge fragen. Besser ist es. Es tut gut dass sich jemand kümmert & ich kann nicht von alleine kommen.
Alles zieht an mir vorbei und das ist gut so. Ich kann wieder schlafen ohne Panikattacken, Paranoide Ängste und Halluzinationen. Heute Nacht zumindest.

Es waren Horror Trips, und das, ohne Drogen genommen zu haben. Nur die normalen Tabletten, Sprays und Tropfen, die ich seit Ewigkeiten verabreicht bekomme. Aber die haben auch nicht gereicht. Nicht mehr. Deswegen jez noch mehr Zeugs. Meine Therapeutin hat eine erste Analyse gewagt warum es zu den Ereignissen diese Woche kam.

Aber warum ich alle paar Monate an der Klippe über einen riesigen Abgrund stehen muss und jeder Gedanke mich weiter nach vorne schubst? Keine Ahnung…. das weiß niemand so richtig. Liegt an der Krankheit/den Krankheiten, sagen sie und dass ich sie akzeptieren soll. Anderseits sagen sie, es ist viel mein Einfluss.

Naja. Ich wollte euch hiermit nur updaten. Vielleicht fühlen sich manche verstanden oder erkennen sich wieder. Whatever.

Manchmal hab ich Angst, dass die ganzen Medis mein Herz oder meine Leber killen. Ich weiß nicht wie lange die das noch mitmachen. Aber ich muss sie nehmen, die Psychomedis um überlebensfähig (&im Idealfall auch Alltagsfähig) zu sein, die Körpermedis um nicht noch mehr abzukratzen und die Painkiller um die Schmerzen erträglich zu machen. Sagen alle Ärzte.
Juhu. ein befriedigtes Leben -.-

/

Aber wenn man doch gehn will, wieso bekommt man dann Angst im Angesicht des Todes?
-Weil man keine Kontrolle darüber hat?

Weil man nicht stirbt dann wenn man es will?
Weil die Abschiedsbriefe noch nicht fertig sind?

Keine Ahnung. Wirklich!
Vielleicht will Gott irgendwie dass ich noch Lebe.

***
Na gut….
Ich kann das hier Tippen, viel mehr kann ich grad eh nicht. Zwischendurch geben sie mir Medis, ich schlafe manchmal. Ich vegetiere, in einer Schutzwolke aus Betäubung und Nichts. Die Zeit vergeht ohne, dass ich es mitbekomme.
Manchmal hält man an, will einen Moment festhalten.

#

Ich werde wieder auf die Beine kommen. So ist das bis jetzt immer. Sogar als ich aktiv Sterben wollte, war ich irgendwann wieder auf den Beinen & raus aus der Psychiatrie. Einmal auch umgekehrt.

Die Probleme sind davon nicht weg. Die Welt wird immernoch krank, gestört und böse sein. Und vieles unendlich schwer. Ein ewiger Kampf.
….Aber auf den Beinen.


Mal sehn wann es wieder besser wird & wie sich die nächste Zeit entwickelt.

Ciao
Habt ein gutes Wochenende

Janey

Suchtgedanken – Gedankensucht

Du füllst mein Glas

Du zergehst auf meiner Zunge

Du schießt in meine Venen

Du fließt an meinem Arm herunter

Du quillst aus meinen Handgelenken

Du…..

Du betäubst mich

Ihr lässt mich die Realität vergessen. Ihr gebt mir ein warmes Gefühl. Zieht mich raus, ganz weit raus in ein warmes, weiches Meer. Ihr lasst mich vergessen, dass ich ohne euch nicht mehr kann.
Genug um den Schmerz zu vergessen.
Gerade genug um zu vergessen, dass ich süchtig bin. Vergessen, dass das hier wahrscheinlich nur gefärbte Scheiße ist. Alles vergessen.

Nur dieses Gefühl und diese sanfte Ruhe im Kopf.

Verführerisch.
Gefährlich.
Ein bisschen viel, ein bisschen ZU viel… und… alles ist gelaufen.
Das Spiel mit dem Feuer. Ein Tanz auf Messers Schneide. Das Glas voll Pillen. Und dann noch diese blinkende spitze Nadel.

Gedanken wirbeln, spiegeln sich, zerspringen & erwachsen wieder.

***

Herr, sende deine Schutzengel zu uns. Dass sie über uns wachen heute Nacht. Uns schützen vor bösen Mächten & am meisten vor uns selbst.

..Gute Nacht…

Update (10.Juni) – sowas wie Tagebuch

Ich bin grade auf dem Weg  nach Hause und dachte, ich lass euch mal was da.

Unsere Facebook-Seite hat schon über 200 Likes und das in den wenigen Tagen – erstmal ein fettes Danke an euch alle dafür 🙂

Meine Woche war anstrengend. Es war nicht besonders viel aber eben normal viel. Die letzte Woche war ich psychisch richtig am Arsch, was sich auch noch auf diese Woche auswirkte. Heute ist der erste Tag wo es mir wirklich einigermaßen ganz gut geht und es auch relativ konstant bleibt.
Das ständige auf und ab ist schon sehr anstrengend und manchmal fühlt man sich so beschissen, dass man denkt, es geht nicht mehr weiter und man will die nahe Zukunft lieber gar nicht erleben. Und trotzdem wacht man jeden Tag wieder auf.
Und da ich das tue, scheint das irgend ein Grund zu haben. Dass ich noch hier bin, scheint irgendein Grund zu haben. Zumindest soll ich derzeit nicht tot sein, denn da gabs mehr als genug Gelegenheiten, mich sterben zu lassen.
Also bin ich hier. Und frage mich wieso und was ich mit meiner Zeit anfange.
Da ich (wie manche wissen) auf Hilfe im Alltag angewiesen bin, bleibt mir nicht ganz so viel übrig.
Und ehrlich gesagt, habe ich noch keine Antwort gefunden. Zumindest derzeit kein Plan wo’s hingeht. Zurzeit investiere ich Einiges in den Blog und in unsere Facebook-Seite, wo wir gute Kontakte am aufbauen sind.

Es ist nicht so, dass ich den ganzen Tag Zuhause sitze und überlege was ich machen soll. Ich geh Arbeiten, zum Sport, zu den Therapien, gelegentlich zu diversen Ärzten (leider) oder einkaufen, und manchmal schaffe ich es, Freunde oder Familienmitglieder zu sehen, wenn auch eher selten, besonders letzteres.

Ich weiß nicht ob ihr das kennt. Man will was machen. Eigentlich macht man viel und eigentlich funktioniert man gut. Vielleicht bleibt hier und da mal ein Funke zeit für sich selbst, wo man versucht sich auzuruhen, Filme schaut oder unter Umständen sich zuballert, oder anderweitig die stärksten Schmerzen betäubt. Ich hoffe nicht, aber ihr wisst was ich meine.
Eigentlich macht man ständig was und trotzdem fragt man sich, ob das alles ist?? Zieht das Leben nicht irgendwie an einem vorbei?? Deine Zeit läuft ab und du bist ständig am machen. Aber wohin führt das ganze? Wo soll das hin führen, wo willst du hin???
Ich weiß nicht was für ein Leben in meiner Zukunft ist. Wie alles wird. Keine Ahnung. Jeder sagt man hat es selbst in der Hand. Gibt es da einen Unterschied  zwischen Kranken und Gesunden? Zwischen Behinderten und nicht-behinderten? Und wenn ja, welchen?
Haben auch wir es in der Hand oder nur die „Normalen“, die Gesunden oder Fitten? Haben wir nur einen kleineren Spielraum? Man sagt mir, dass ich in einigen Bereichen nie arbeiten können werde, dass ich einige Dinge nie tun können werde. Aber wie ist es wirklich?  Was ist drin und was nicht?

Kein Wunder, dass so viele von uns Drogen ballern. Sich zuballern bis die scheiß Gedanken aufhören, bis der verfickte Schmerz endlich weg ist. Zumindest für paar Stunden. Wenn man keine gute Perspektive hat, wenn andere nicht an einen glauben, ist es schwer die Realität zu ertragen. Und selbst an sich zu glauben. Die Drogen geben einen irgendwie halt. Was man kennt, auch wenn es schlecht ist, gibt einen manchmal unheimlich viel Halt. Mamchmal zu viel um Loszulassen. Egal ob Pillen, Pulver, Gras, Klingen, Alkohol, Kippen oder Mehrere zusammen. Zocken, Sex, Medikamente, nur Arbeiten, egal. Jeder hat irgendetwas, das ihn den Schmerz nimmt oder vergessen lässt. Es gibt sogar Leute, die sich ins Lernen flüchten. Keine schlechte Tätigkeit, aber wenn mans übertreibt für die Psyche nicht viel weniger Selbstzerstörerisch wie harter Stoff.
Aber müssten wir nicht viel mehr an dem Schmerz selbst arbeiten als an den Folgen des Schmerzes (Depression, Selbstverletzung, Drogen ….)?

Ihr könnt mir gern schreiben oder kommentieren, wie es euch damit geht, wie ihr das handelt oder wenn ihr es vielleicht nicht handeln könnt. Wie seht ihr das Ganze? Welche Tipps habt ihr für Andere?

Unsere Facebook-Seite, die mit dem Blog gewissermaßen gekoppelt ist:

Name: Lebenswege mit: Depression, Dissoziation, Sucht, & mehr.

Oder: Facebook.com/LebenswegeDDS

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Also dann

Genießt euren Abend noch & verbringt ein Schönes Wochenende ♥

Bleibt sauber (;
-Janey